Till Brönner im Interview

Worin bestand für Sie der Reiz, das zweite Mal bei "X Factor" mitzumachen?

Till Brönner: Ich hatte letztes Jahr viel Spaß bei "X Factor" und hatte einen krönenden Abschluss mit dem Sieg von Edita Abdieski. In der 2. Staffel geht es für mich jetzt vor allem um eins: die Titelverteidigung! Das ist für mich ein ganz besonderer Reiz und meine Strategie steht.

Gab es eine Zeit des Haderns?

Till Brönner: In der ersten Staffel gab es anstrengende, aber vor allem auch viele lohnende Momente. Nach der ersten Staffel haben sich jedoch bestimmte organisatorische Abläufe eingespielt, so dass ich jetzt in der zweiten Staffel weiß, was auf mich zukommt und ich mich noch mehr auf die Musik konzentrieren kann. Schließlich ist meine Jurorentätigkeit bei "X Factor" nur eine weitere Facette meiner Arbeit als Musiker. Und angesichts der Talente, die wir jetzt gefunden haben, habe ich gar keine Bedenken, dass es wieder sehr spannend wird.

Wie haben Sie sich auf die zweite Staffel vorbereitet?


Till Brönner: Ich glaube, das Wichtigste ist, in einer einigermaßen guten Verfassung zu sein. Man darf Musik nur sehr respektvoll behandeln, muss offen und neugierig bleiben - und das hat sich während der Castings ganz natürlich wieder eingestellt. Sarah, Bo und ich - wir alle hatten das Gefühl, dass die zweite Staffel vor allem Eines zum Ziel haben sollte: das Level der Talentdichte mindestens auf demselben Niveau zu halten wie bei der ersten Staffel. Jedes Mal, wenn ein Talent auf die Bühne kam, hatten wir das Gefühl: "Genau das ist es!" - Mit der Auswahl, die wir getroffen haben, können wir ganz ruhig schlafen. Der Kampf kann also beginnen!

Gibt es bei der zweiten Staffel etwas Neues?

Till Brönner: "X Factor" wird in diesem Jahr größer, sicherlich auch aufregender und ganz alleine deswegen anders, weil natürlich kein Talent mit dem anderen zu vergleichen ist. Außerdem gibt es ein neues Jury-Mitglied und ich glaube, dass sich mit jedem neuen Element, was dazukommt, natürlich auch das Gefüge grundlegend ändert. Bo hat sich ganz vortrefflich in dieses Trio eingefügt und ich muss mir jetzt überlegen, was er in den Wettkampf mitbringt, welche Waffen er hat und entsprechend mein eigenes Arsenal noch einmal überprüfen. Ich muss mich auf neue Strategien einstellen und habe große Lust darauf.

Welche Kategorie würden Sie dieses Jahr wählen, wenn Sie es sich aussuchen dürften?

Till Brönner: Ich wäre blöd, wenn ich mir nicht die gleiche Kategorie wünschen würde wie beim letzten Mal. Zum einen, weil ich mit der Kategorie ganz gute Erfahrungen gemacht habe (lacht) zum anderen, weil ich - wie ich glaube - der Gruppe der über 25-Jährigen am meisten abgewinnen kann. Ich mag einfach Menschen, die schon etwas erlebt haben und etwas über das Leben aussagen können. Wenn diese Talente dann noch die richtige Nummer singen, dann kommt kein Zuschauer daran vorbei. Dennoch: Ich kann nicht davon ausgehen, dass ich sie dieses Jahr noch einmal bekomme. Aber auch bei den anderen Kategorien habe ich nichts zu befürchten, denn ich weiß ja, welche Talente in diesen Kategorien zu finden sein werden und darauf freue ich mich.

Was ist der "X Factor"? Was ist der "Nix-Faktor"?

Till Brönner: Der "X Factor" ist deshalb der "X Factor", weil wir ihn gar nicht näher beschreiben können. Die Variable X sagt letztlich aus, dass wir Erfolg nicht planen können - er bleibt ein Mysterium. Wir können uns aber mit Näherungswerten beschäftigen und versuchen, Gesetzmäßigkeiten aufzustellen. Am Ende des Tages entscheiden die Menschen mit ihren Herzen, ob der Künstler zu ihnen durchdringt oder nicht. Und das ist der "X Factor". Der "Nix-Faktor" ist, wenn überhaupt nichts passiert. Wenn jemand vielleicht einfach nur gut ist, aber das Feuer nicht zu spüren ist und wenn es eigentlich gar keinen Grund gibt, warum man sich zum Beispiel eine Konzertkarte oder eine CD kaufen sollte. Das ist sehr schade, aber so etwas gibt es und das ist das, was wir hier nicht suchen.

Was war denn das bisherige Casting-Highlight?

Till Brönner: Es gab glücklicherweise in diesem Jahr schon mehrere Highlights. Ich kann mich sehr genau daran erinnern, wann Sarahs Augen aufgeblitzt sind und wann Bo plötzlich feuchte Hände bekommen hat. Und natürlich weiß ich auch, wann es bei mir so war. Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen - vor allem aus taktischen Gründen. Fakt ist, wir haben gekämpft und waren uns darüber einig, dass wir keine Kandidaten unter einem gewissen Maß an Talent zulassen. Es darf jeder auf die Bühne, wir können niemandem verbieten zu kommen und vieles ist unterhaltsam. Aber wir haben Einfluss darauf, wen wir am Ende des Tages weiterlassen und zu diesen Entscheidungen stehen wir.

Wie geht es Edita? Inwiefern hat sich der Sieg für Edita gelohnt?

Till Brönner: Ich glaube, nach "X Factor" gibt es wesentlich mehr Menschen als vorher, die Edita kennen. Ihr Sieg bei "X Factor" verlief fast im Alleingang. Mittlerweile hat Edita Preise bekommen, ist mit Respekt überschüttet worden, hat mit großen Sängern wie Ricky Martin aufgenommen und gibt Live-Konzerte. Sie ist ein Mädchen, das sich nicht unter Druck setzen lässt und sehr selbstbewusst ihren Weg geht. Es wird interessant bleiben, was mit ihr passiert, denn während viele Künstler in den nächsten zwei Jahren von der Bildfläche verschwinden, wird ihr Name bleiben. Wir sind alle total stolz auf sie.

Haben Sie noch Kontakt zu Edita?

Till Brönner: Wir hören regelmäßig voneinander und schicken uns Nachrichten. Editas Management, das sich jetzt auch um die "X Factor"-Kandidaten kümmert, verfolgt einen Kurs, den ich persönlich sehr befürworte. Und mich interessiert natürlich weiterhin, was mit ihr passiert.

Letztes Jahr sind Sie als Sieger aus "X Factor" hervorgegangen. Können Sie es dieses Jahr wieder schaffen?


Till Brönner: Natürlich. Wenn ich nicht glauben würde, dass ich es auch ein zweites Mal schaffen kann, dann wäre ich jetzt gar nicht mehr dabei. Für mich geht es jetzt um die Titelverteidigung, ganz klar.

Ist bei Ihnen der Kampfgeist am größten?


Till Brönner: Ich denke, dass meine Strategie im letzten Jahr die richtige war. Dennoch finde ich es wichtig, sich nicht auf dem auszuruhen, was man erreicht hat. Man ist immer nur so gut wie seine letzte Arbeit. Wir wissen alle, dass das Talent unserer Kandidaten unser wichtigstes Werkzeug ist. Aber nachdem jetzt klar ist, welche Talente dabei sind, geht es jetzt um das richtige Coaching und die richtige Strategie. Ich werde eine Taktik finden und so lange es geht für mich behalten, um dann am Ende hoffentlich als Sieger hervorzugehen.

Was war das Highlight der letzten Staffel?

Till Brönner: Es gab viele verschiedene Highlights, zum Beispiel Editas Interpretationen von "Heavy Cross" oder "Street Life" - Wahnsinns-Momente. Sehr gerne erinnere ich mich aber auch an das Duett von Antony Thet und seinem Vater. Ein unglaublicher Moment, bei dem plötzlich neben dem Talent und Sendungsbewusstsein von Antony auch die Seele und Wärme zum Vorschein kamen, die er manchmal mit seiner etwas kühlen Popstar-Art versucht hat zu kaschieren. Am meisten beeindruckt hat mich aber wahrscheinlich Matis Art und Weise, an den Wettkampf heranzugehen. Matti hatte sehr mutig alles auf eine Karte gesetzt - er hat sowohl bei den Kostümen als auch bei der Performance immer zu sich gestanden. Ich hoffe, dass wir diesen Ansatz auch unseren diesjährigen Kandidaten auf den Weg geben können, denn der Glaube an sich selbst und das Gefühl, auch während des Wettkampfs bei sich bleiben zu können. Das ist das beste Rezept, um bei "X Factor" zu gewinnen.

Ist Sarah Connor als schwangeres Jurymitglied anders als letztes Jahr?

Till Brönner: Mich haben im Vorfeld alle gewarnt, dass schwangere Frauen launisch und unberechenbar seien. Ganz ehrlich: Ich kann das nicht bestätigen. Sarah hat während dieser Zeit eine bemerkenswerte Sanftheit und Güte an den Tag gelegt und konnte dennoch total nüchtern auf das hinweisen, worum es geht. Diese Gelassenheit hat ihr unheimlich gut zu Gesicht gestanden und letztlich auch dem Verlauf von "X Factor" sehr gut getan. Für mich könnte sie jedes Jahr schwanger sein.


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