Gottschalk über "Gottschalk Live"

Über die Sendung

„Es ist ein bisschen nach hinten gezogenes Frühstücksfernsehen und nach vorne gezogene Late Night. Es ist ein bisschen Boulevard, den ich aus den Tiefen des Sumpfes holen möchte und es ist ein bisschen Feuilleton, das ich runter holen möchte aus diesem Elfenbeinturm des Intellekts. Es gibt jeden Tag Dinge, über die ich mit meiner Frau rede, über die Sie mit Ihren Frauen reden. Also insofern ist für mich jeden Tag in Deutschland irgendetwas los, was nicht wichtig genug für die Tagesschau ist, was sich so im Laufe des Tages zwischen Raab und Harald Schmidt und Frühstücksfernsehen und wo auch immer verliert und ich würde gerne – und deswegen halte ich diese Zeit für so genial – vor der Tagesschau, wenn die Menschen angekränkelt und von ihrer berufliche Last gedrückt nach Hause kommen, bevor sie sich dem Elend der Tagesschau zuwenden. Die Wohlfühl-Halbestunde, die hätte ich gerne bei der ARD…

Über die Struktur der Sendung

Ich werde versuchen diese, mir hoffentlich gegebenen, Möglichkeit zu nutzen, mit einer gewissen Leichtigkeit über schwere Themen oder mit einer gewissen Schwere über leichte Themen zu sprechen.

Über die mögliche US-Vorbilder

Es gibt im Fernsehen nichts mehr zu erfinden. Ich habe natürlich mir das bruchstückhaft zusammengesucht. Ich sehe in Amerika – und das hat mir schon gefallen – mehr Menschen, die leben im Fernsehen. Menschen, die sich erregen, teilweise unsinnig, wenn ich diesen unsympathischen O ́Reilly sehe, der da jeden Abend vor sich hinschimpft. Aber dann sehe ich eine Colbert, dann sehe ich einen Stewart, das sind alles Leute, die mit einer inneren Erregung zur Sache gehen. Das sind keine nüchternen Kommentatoren. Mich nervt es bei uns, dass einfach mit so einer Ernsthaftigkeit – das ist ja kein wirklicher Ernst, es ist eine gezwungene, offensichtlich dem Thema angemessene Ernsthaftigkeit - und von diesen Themen, die Ernsthaftigkeit benötigen, halte ich mich fern.

Es gibt Dinge, die emotional gesehen werden müssen, es gibt Dinge über die man sich erregen kann, über die man streiten kann. Ich erlebe in Amerika Streitgespräche, wo sich zwei Menschen mögen, wo sie sich nicht in die Haare geraten, sondern auf einer Debatte-Ebene zwei verschiedene Meinungen haben und ich würde im Idealfall gerne zwei Menschen zu einem Thema mit unterschiedlichen Meinungen hören, um mir an Stelle des Zuschauers eine Meinung zu bilden.

Es geht bei mir nicht um Euro, es geht bei mir nicht um Ehec, das will ich alles vermeiden, aber es gibt einfach – für mich ist zum Beispiel Pädagogik interessant, Kindererziehung, Partnerschaft. Ich habe grade am 11.11. meinen 35. Hochzeitstag gehabt, ich weiß wovon ich rede. Und das sind also Dinge, aber die sollen einen aktuellen Anlass haben. Ich will keine „Heute reden wir über Bandscheiben“ …

Über das Überziehen der Sendezeit

Wir werden pünktlich anfangen und pünktlich aufhören. Und wenn nicht, dann ist halt immer am Ende der Satz noch nicht fertig, ist doch ein Gag mit dem man arbeiten kann. Ich krieg das hin.

Darüber wie lange er sich verpflichtet

So lange wie`s halt läuft. Mir machen bis der eine oder andere die Schnauze voll hat. Und das ist insofern völlig unerheblich, als ich einfach sagen, wenn das keiner will, werde ich nicht sagen: Ich mach`s aber trotzdem.

Zur Frage eines Ersatzmoderators
 
Meine Frau hat ja auch keinen Ersatzmann, wenn ich mal nicht kann.

Über die Garderobe


Ich werde mich wohltuend unterscheiden von den Herren der Tagesthemen und so weiter.

Carsten Wiese (Redakteur der Sendung) über die Themenauswahl der Sendung
Thomas sagt immer das schlechte Zwingerclub-Motto: „Alles ist möglich, nichts muss.“ Und das ist das Credo. Das Hauptmotiv ist eben: es muss persönlich sein. Also er hat die amerikanischen Formate erwähnt, die so ein bisschen das Vorbild sind, die etwas machen, was wir in Deutschland wirklich gar nicht machen, nämlich, dass der Moderator sich bekennt, Farbe bekennt und eine eigene Meinung hat zu den Dingen. Das haben wir nicht. Unsere Moderatoren stellen sich immer journalistisch auf oder als Ansager, auch in den Talkshows. Das heißt es muss an dem Tag etwas geben, wo er ein Gefühl, eine Meinung oder ein Bedürfnis dazu hat, das zu äußern. Das war zum Beispiel in der letzten Woche auch natürlich die Guttenberg Diskussion mit Giovanni di Lorenzo und der Äußerung von Klaus von Dohnanyi dazu. Natürlich würden wir das auch machen.

Trailer: Gottschalk Live

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  • Produktion: Gottschalk Live
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  • Thomas Gottschalk und die ARD vereinbaren Zusammenarbeit

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