Interview mit Moritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu spielt Paul Jensen in der neuen UFA Cinema Produktion Die vierte Macht. Kinostart: 8 März

Hat Sie das Drehbuch zu DIE VIERTE MACHT auf Anhieb begeistert?

Wenn man ein Drehbuch beim ersten Mal nicht sofort in einem Rutsch durchliest, kann man es eigentlich gleich in die Ecke legen. Ein gut geschriebenes Drehbuch liest man praktisch in Echtzeit. Und das ging mir hier auch so. Mir war von Anfang an klar, dass ich da etwas wahnsinnig Interessantes in den Händen halte. Thriller sind ja nichts, was man in Deutschland sehr häufig angeboten bekommt als Schauspieler. Im Übrigen handelt es sich um ein Genre, das ich als ganz normaler Zuschauer einfach am liebsten gucke. Dennis Gansel kenne ich schon lange, schätze ihn sehr und wollte schon immer was mit ihm machen. Hier kam also alles zusammen: Regisseur, Titel, Genre – deshalb wusste ich schon auf Seite 20: Okay, mache ich!

Können Sie Ihre Rolle kurz umreißen?

Paul Jensen stammt aus einem linksintellektuellen Elternhaus, auf dem der Druck lastete, einen ebenso bedeutsamen Weg innerhalb des Journalismus zu gehen wie sein Vater, zu dem er ein gespaltenes Verhältnis hatte. Aber er bricht aus dieser Welt aus und beginnt, vielleicht aus einer Antihaltung gegenüber seinen Eltern heraus, sich für die leichteren Dinge im Leben zu interessieren. Er wird ein Yellow-Press-Spezi, der einen besonders guten Draht zu vielen Prominenten hat. Doch dann geht er einen Schritt zu weit und macht Sachen, die nicht so richtig schlau sind, wird gefeuert und landet über Umwege in Moskau. Dort gerät er in ein Komplott, wird benutzt… aber vielleicht sollte ich nicht zuviel verraten.

Geht es im Film primär um Terrorismus?

Ich würde sagen, DIE VIERTE MACHT ist zunächst einmal eine klassische Odysseus-Geschichte von einem, der auszieht, die Welt zu entdecken, der dann buchstäblich durch die Waschmaschine getrommelt wird und am Ende hoffentlich etwas aus seinen Erfahrungen gelernt hat. Natürlich stellt der Film aber auch wichtige Fragen in Bezug auf den Terrorismus: Was ist das, wie funktioniert er, wie wird er instrumentalisiert?

Kasia Smutniak spielt die weibliche Hauptrolle. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


Wir kannten uns vorher nicht, werden in England witzigerweise aber von derselben Agentur vertreten. Und wir haben am selben Tag Geburtstag. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und die Chemie zwischen uns stimmte auch sofort – das ist ja nichts, was man kaufen könnte. Trotzdem sind Liebes- und Sexszenen nichts, worum sich irgendein Schauspieler prügelt. Da kommt man nur durch, wenn man alles massiv weglacht und wegscherzt. Und das haben wir dann auch gemacht.

Und wie war die Zusammenarbeit mit Dennis Gansel?


Dennis ist ein Regisseur, der unheimlich viel zulässt und genau weiß, wie wichtig es neben aller Struktur und stringenter Erzählweise ist, dass man den Figuren auf der Leinwand gern zuguckt. Mit welcher Ruhe und Gelassenheit er versucht, jede Szene zu optimieren, ist schon außergewöhnlich.


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