Interview mit Max Riemelt

Worin bestand für Sie die besondere Herausforderung Ihrer Rolle in DIE VIERTE MACHT?

Dass ich Englisch und Russisch sprechen musste, und das Englisch natürlich mit einem russischen Akzent. Aber ich mag Herausforderungen, und auch deshalb hat mich dieses Projekt ungemein gereizt.

Und die Thematik?

Ich finde die Geschichte wahnsinnig interessant, weil der zentrale Konflikt sehr aktuell ist und nichts von seiner politischen Brisanz verloren hat. Vielen Menschen ist heute einfach nicht mehr bewusst, wie groß die sozialen Unterschieden und daraus resultierenden Ungerechtigkeiten in vielen Ländern immer noch sind und wie offensichtlich das Volk manipuliert werden kann.

Wie haben Sie sich auf DIE VIERTE MACHT vorbereitet?


Wir hatten ein tolles Team, das uns im Vorfeld sehr geholfen hat. Die gaben uns Textmaterial zu lesen und Dokumentationen, die mir halfen, in das Thema einzutauchen und mir vieles von dem klarmachten, wozu ich im Detail vorher keinen Bezug hatte. Am Ende liegt es aber natürlich bei jedem selbst, wie und was er sich zur Thematik eines Films aneignet. Es gibt Schauspieler, die ihre Figur gern "naiv" spielen und sich deshalb nicht allzu sehr informieren. Aber für mich ist es wichtig, so viel wie möglich über Umfeld und Hintergründe zu erfahren.

Wie würden Sie Ihre Filmfigur beschreiben?

Dima ist ein lebenslustiger, unbedarfter, vielleicht auch ein bisschen naiver Mensch. Er lebt ganz gut in diesem System, auch wenn er genau weiß, was abgeht. Aber er sucht sich halt seine Lücken – und, na ja, seine Hauptinteressen gelten schon den Frauen und dem Partymachen. Er genießt das Moskauer Leben, so gut es eben geht. Erst die Begegnung mit Paul zwingt ihn dazu, die ganzen Zusammenhänge wahrzunehmen und die vorherrschenden Missstände ernst zu nehmen. Ich würde Dima als klassischen Sidekick von Paul bezeichnen, der auch ein bisschen Leichtigkeit in diesen ernsten Film bringt.

Hat sich Ihr Blick auf Russland verändert?

Wenn man sich intensiv mit einem Thema befasst, sieht man die Dinge auf jeden Fall in einem anderen Licht, und viele Sachen werden einfach klarer. Auf jeden Fall ist mir die russische Mentalität jetzt nicht mehr so fremd wie vorher.

Was für ein Regisseur ist Dennis Gansel?

Er ist unglaublich menschlich, offen und sehr flexibel. Häufig merkt man ja oft erst vor Ort, ob bestimmte Sachen funktionieren. Trotzdem bewahrt er immer die Ruhe und hat stets ein offenes Ohr für seine Schauspieler.

Weitere Artikel zum Thema:


Spotlights Übersicht zurück

Meistgelesene Artikel


Drehstart für "Nachtschwestern"

Die Dreharbeiten zur neuen Medical-Serie "Nachtschwestern" von UFA SERIAL DRAMA haben in Berlin und Köln begonnen.

mehr

10 Jahre UFA Nachwuchscasting

Das UFA Nachwuchscasting feiert in diesem Jahr Zehnjähriges!

mehr

First Steps Awards 2018

Der wichtigste und höchst dotierte deutsche Nachwuchspreis First Steps wurde zum 19. Mal in Berlin verliehen.

mehr