Interview mit Maja Maranow

Die Beliebtheit der Reihe ist in erster Linie den Hauptfiguren zu verdanken. Florian Martens und Maja Maranow verleihen dem Ermittlerduo 'Otto' und 'Verena' eine unverwechselbare Mischung aus Scharfsinn und Humor. Das ebenso kompetente wie bunte Ensemble, komplettiert durch Team-Chef Reddemann (Arnfried Lerche), Kommissar Ben (Kai Lentrodt), Gerichtsmediziner Dr. Kneissler (Robert Seethaler) und dem kauzigen Dauer-Pleitier Sputnik (Jaecki Schwarz), beschert dem 'starken Team' eine kontinuierlich wachsende Fangemeinde.

Der Mord in der aktuellen Folge "Tödliches Schweigen" erregt besonders großes Aufsehen: Denn das Opfer, ein Bundestagsabgeordneter, leitete eine Hilfsorganisation und war für viele ein moralisches Vorbild. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter seiner makellosen Fassade? Verena wird in der von Thorsten Näter eindringlich geschriebenen und inszenierten Folge von ihrer Vergangenheit eingeholt. Ihre große Liebe Jakob (Michael Mendl) taucht auf und wirft die taffe Kommissarin völlig aus der Bahn. Maja Maranows vielschichtiges Spiel gewährt Einblicke in die Seele einer verletzlichen Frau hinter dem Auftreten als souveräne Ermittlerin.

"Die beiden können sich im Ernstfall blind aufeinander verlassen"

ufa.de: Frau Maranow, in der Folge "Tödliches Schweigen" zeigt die sonst so starke und souveräne Kommissarin Verena ihre verletzliche Seite, die coole Fassade bekommt Risse. Wie sind Sie mit dem Wandel ihrer Figur umgegangen?

Maja Maranow: Die Figur hat sich ja nicht gewandelt. Verenas Privatleben wird einfach nicht so häufig thematisiert, insofern erfährt man nicht besonders viel über sie und ihr Leben nach Dienstschluss. Man versucht als Schauspieler bei einer Figur auch immer die verborgenen Seiten aufzudecken. Aber wenn die Situationen, die einem das erlauben, in einem Drehbuch nicht gegeben sind, dann sind die Möglichkeiten eben begrenzt. Wer sich die Filme oder auch nur diesen von Thorsten Näter anschaut, wird feststellen, dass er zu den Autoren gehört, die sich auch sehr intensiv mit den Frauenfiguren beschäftigen. Ich war jedenfalls froh über diese Geschichte. Der Konflikt, in dem Verena sich befindet: wie ihr Schutzschild aus professioneller Distanz immer brüchiger wird, wie sie aus der Spur gerät. So etwas zu spielen ist natürlich wesentlich dankbarer als nur souverän zu ermitteln.

ufa.de: Verena erzählt Otto von ihren tiefsten Verletzungen. Hat sich die Beziehung zwischen Otto und Verena im Laufe der Serie verändert? Hätte sie ihm am Anfang auch schon so viel Vertrauen geschenkt?

Maja Maranow: Am Anfang der Reihe lag der Schwerpunkt auf dem Ost-West Konflikt, was mit der zeitlichen Nähe zur Wende zusammen hing. Otto wurde als einziger Ostberliner in das Westberliner Polizeirevier übernommen. Da gab es starke Vorbehalte auf beiden Seiten, die für Spannungen und Konflikte sorgten, ebenso wie die unterschiedlichen Charaktere und Ansichten dieser beiden Figuren. Natürlich hat sich ihre Beziehung mittlerweile verändert. Zwar gibt es auch heute immer mal wieder Differenzen, aber durch die jahrelange Zusammenarbeit ist eine Vertrautheit entstanden, die den Umgang miteinander erleichtert. Man hat ein gemeinsames Vokabular, versteht sich ohne große Erklärungen und weiß, wann man die Klappe zu halten hat und den anderen in Ruhe lassen muss. Die beiden können sich im Ernstfall blind aufeinander verlassen und wissen, dass die Dinge, die sie einander anvertrauen, bei dem anderen gut aufgehoben sind.

ufa.de: Thorsten Näter war nicht nur Regisseur sondern auch Autor der Folge. Was bedeutet dies für die Zusammenarbeit? Gibt es für Sie beim Dreh einen Unterschied, wenn der Autor sein eigenes Buch verfilmt?

Maja Maranow: Die Befürchtung, eventuelle Schwierigkeiten mit Szenen oder Texten besonders sorgfältig formulieren zu müssen, um nicht gleich beiden, dem Autoren und dem Regisseur, auf die Zehen zu treten, erwies sich schon bei der ersten Leseprobe als unbegründet. Der Umgang mit der "Verord-nung", wie Thorsten Näter das Drehbuch bezeichnet hat, war souverän und gelassen. Wenn also, wie in diesem Falle, Autor und Regisseur aufeinander "eingespielt" und gleichermaßen stark sind und sich so ergänzen wie Näter und Näter, dann ist es optimal, beide am Set zu haben.

 
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