Interview mit Kasia Smutniak

Geboren 1979 im polnischen Pila, als Tochter eines Luftwaffen-Generals lebt sie seit 1998 in Italien und arbeitet dort als Schauspielerin und Model. Schon bald stellte sie ihr Talent in einer Reihe von italienischen Fernsehserien unter Beweis, darunter „Questa è la mia terra“ (2006/2008) von Raffele Mertes. Auch das Kino wurde schnell auf die fließend Polnisch, Russisch, Englisch und Italienisch sprechende Schönheit aufmerksam: 2004 spielte sie in Vincenzo Verdecchis ORA E PER SEMPRE, Regisseur Peter Del Monte engagierte sie 2007 für seinen Film NELLE TUE MANI, der ihr ein Jahr später einen Globo d'Oro als beste Nachwuchsschauspielerin einbrachte. Inzwischen hat Kasia Smutniak den Grundstein für eine internationale Karriere gelegt: 2010 drehte sie in der Luc-Besson-Produktion FROM PARIS WITH LOVE an der Seite von John Travolta und Jonathan Rhys-Meyers.

Was hat Sie an der Handlung am meisten fasziniert?

Die ersten Jahre meines Lebens habe ich in Russland verbracht, und natürlich hat sich seitdem eine Menge verändert. Für mich war es also wichtig, zu meinen Wurzeln zurückzukehren – aber von einem heutigen Standpunkt aus.

Wer ist Katja und was macht sie so besonders?

Sie ist Journalistin und im Grunde davon überzeugt, dass sie die Welt verändern kann. Daran glaubt sie wirklich. Sie arbeitet für eine kleine unabhängige Zeitung und kämpft für ihre Rechte. Sie ist eine sehr starke Frau. Katja ist das Gegenteil der aktuellen Klischee-Russin – toll angezogen, schön, geldgierig –, sie ist eine Frau mit Köpfchen. Ich mochte meine Filmfigur auf Anhieb, und ich fand es auch gut, wie sehr sie sich von den anderen Frauen im Film unterscheidet.

Wie war die Zusammenarbeit mit Moritz Bleibtreu?


Wie sahen uns beim Casting zum ersten Mal – und verstanden uns auf Anhieb. Das macht es so viel einfacher, gemeinsam vor der Kamera zu stehen, weil man nicht mehr großartig über das eigentliche Spielen oder die Dialoge nachdenken muss. Wenn man schon beim Casting merkt – eine merkwürdige Situation, in der man sich in einem Raum mit weißen Wänden befindet, in dem ein Haufen Leute sitzen, und die sich nie so echt anfühlt wie beim Dreh, – dass da etwas Fühlbares entsteht, weiß man sofort, dass es immer funktionieren wird. Das Casting fand in Berlin statt, und ich weiß noch, dass ich dachte, wie nett es wäre, mit Moritz zu arbeiten, weil er es einem so leicht macht…

Wie beurteilen Sie die Arbeit des Ausstattungsteams?

Die haben einen großartigen Job geleistet. Ich fragte mich ja schon, wie es gelingen würde, Moskau in Berlin nachzustellen. Die Stadt, ihre Architektur und Wohnungen sind nämlich sehr speziell und typisch. Aber es sieht alles ungeheuer authentisch und überzeugend aus.

Was war Ihre Lieblingsszene?

Oh Gott! Ich muss gestehen, dass es zum ersten Mal, seit ich in diesem Beruf arbeite, die Kussszene war – die machte wirklich Spaß! Nicht nur Moritz und ich haben dabei gelacht, sondern das ganze Team. Normalerweise möchte man erotische Szenen ja so schnell wie möglich hinter sich bringen, und alle denken: Oh wie peinlich, lasst uns zu was anderem übergehen. Aber diesmal war es richtig lustig. Ich habe bei der Szene echt Tränen gelacht.

Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit mit Dennis Gansel?


Er ist wie ein großes Kind, und mit so einem Menschen zu arbeiten, finde ich besonders anregend. Es ist toll zu erleben, wie sehr ein Regisseur sich für sein Projekt begeistern kann. Sein Enthusiasmus ist ansteckend, und man spürt, dass er wirklich gern mit Schauspielern arbeitet. Er räumt einem viele Freiheiten ein!

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