Hannelore Hoger und Rolf Lassgård zu UFERLOS!

Herr Lassgård, wie gefällt Ihnen Ihre brandenburgische Film-"Heimat"?
Ganz ausgezeichnet. Wenn ich gerade nicht drehe, setze ich mich auf’s Fahrrad und sehe mir die Gegend an. Ein bisschen erinnert mich die Landschaft mit den Wäldern und den Seen an meine schwedische Heimat.

Wie klappt die Verständigung mit Ihrer Partnerin?
Rolf Lassgård: Da haben wir ja schon Übung. Wir treffen uns nicht nur zum Dreh, sondern auch nach Feierabend. Dann sprechen wir alle Sprachen, die wir können: Deutsch, Schwedisch, Englisch. Und wir verständigen uns auch über Gesten und Lautmalerei!

Das Drehbuch zu "Uferlos!" beruht auf einem authentischen Fall, nämlich dem Streit um den Uferweg am Babelsberger Griebnitzsee. Können Sie beide nachvollziehen, dass Hausbesitzer die Öffentlichkeit fern halten wollen?
Hannelore Hoger: Rolf Lassgård wird sicher etwas Anderes dazu sagen als ich; in Schweden sind die Gesetze ja ganz anders. So lange es um einen Uferweg geht, könnte ich das nachvollziehen. Aber es kommt ja auch noch, im realen Fall, diese Ost-/West-Problematik rein: Da kommen Wessis und machen alles wieder dicht! Die Empörung der Leute kann ich schon verstehen. In unserer Geschichte verhält es sich anders. Marlies glaubt, dass das Haus immer im Besitz ihrer Familie war, aber dann stellt sich ja etwas ganz Anderes heraus. Ich finde den Wandel von Marlies richtig. Sie gibt am Ende nach unter der Prämisse, dass die Natur nicht zerstört werden darf. Das ist ein wichtiges Kriterium, unter dem ich an die Großzügigkeit der Eigentümer appellieren würde.
Rolf Lassgård: In Schweden haben wir das sogenannte "Allmannsrecht", das ganz einfach zu verstehen ist: Jeder hat das Recht, die Natur zu nutzen, auch wenn sie im privaten Besitz ist. Aber das beinhaltet auch eine große Verantwortung für den Einzelnen. Man kann nicht machen, was man will, zum Beispiel die Reste eines Picknicks einfach liegen lassen.

Werden Sie, Herr Lassgård, sich wieder selbst synchronisieren? Ist das einfacher oder schwieriger als synchronisiert zu werden?
Rolf Lassgård: Nein, ich hoffe, ich muss mich bei diesem Film nicht noch mal selbst synchronisieren, da ich bei den Dreharbeiten ja schon Deutsch spreche – wie ein Schwede eben Deutsch spricht. Ich stelle es mir leichter vor, sich selbst zu synchronisieren, da man schon tiefe Kenntnisse über den Charakter hat und weiß, welchen Ausdruck man der Figur geben will. Aber es ist schwierig, das zu beurteilen. Bis jetzt habe ich mich, bis auf einen Zeichentrickfilm, immer nur selbst synchronisiert.

Frau Hoger, gab es besondere Herausforderungen bei den Dreharbeiten?
Hannelore Hoger: Na, auf jeden Fall die Szene mit dem Ruderboot auf dem See. Wir geraten in Streit und da ging es ganz schön zur Sache. Da bin ich durchaus an meine Grenzen gegangen.

"Uferlos!" ist der dritte Film, den Sie zusammen mit Rainer Kaufmann machen. Sie haben fast alle Genres durch: Drama, Krimi, Komödie. Was fehlt noch in der Reihe?
Hannelore Hoger: Die Rocky Horror Picture Show vielleicht? (Beide lachen).

Sie sind beide berühmte Theaterschauspieler. Hilft diese gemeinsame Basis bei der Fernseharbeit?
Rolf Lassgård: Ja, wir haben uns viel darüber unterhalten. Wir haben uns über die Art der Arbeit mit den einzelnen Regisseuren ausgetauscht; über das Suchen und Finden neuer Wege der Theaterarbeit…
Hannelore Hoger: …der Improvisation zum Beispiel, da haben wir beide unsere intensiven Erfahrungen gemacht.

Herr Lassgård, was schätzen Sie besonders an Frau Hoger?
Rolf Lassgård: Hannelore ist eine große Schauspielerin und da sie einem viele Impulse gibt und auch viele zurück haben will, ist sie als Gegenspielerin unglaublich stimulierend, Sie verfügt über eine herrliche Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, was man auch auf die persönliche Ebene übertragen kann. Wir haben viel Spaß zusammen, führen aber auch tiefe Gespräche über die Arbeit, das Leben und die Welt. Da keiner von uns die Sprache des Anderen vollkommen beherrscht, kommunizieren wir bei der Arbeit ganz speziell. Man hört auf andere Weise dem Anderen zu und versucht, seine Signale zu deuten. Es war immer faszinierend, Aufnahmen anzuschauen, in denen wir unterschiedliche Sprachen sprechen.

Könnten Sie sich einen gemeinsamen Gartenzaun vorstellen, als Nachbarn?
Hannelore Hoger: Ach, ich weiß nicht (lacht).
Rolf Lassgård (sehr vergnügt): Ganz meine Meinung. Je mehr Distanz man zueinander hat, desto mehr freut man sich wieder aufeinander.



Das Interview führte Sabine Dreher.


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