Fritz Lang

Legendärer Regisseur

Fritz Lang (1890–1976), nannte sich selbst scherzhaft „der letzte der Dinosaurier“ und tatsächlich war er einer der Giganten des Films. Geboren in Wien, begabt als Maler und Schriftsteller, drehte er 1921 gemeinsam mit der Drehbuchautorin und seiner späteren Frau Thea von Harbou, seinen ersten Film für die UFA: Dr. Mabuse, der Spieler, zwei Teile. Mabuse wurde zur Ikone des absolut Bösen im deutschen Film. Erzählt wird die Geschichte eines Arztes und Psychoanalytikers, der hinter der gutbürgerlichen Fassade ein gefährliches Doppelleben führt.

Zwei weitere Lang-Filme wurden ebenso zu eigenen Mythen: Die Nibelungen, ein germanischer Sagenkreis, und Metropolis, eine Zukunftsvision. Der Film Nibelungen verdankt seinen Ruhm monumentaler, stilisierter Architektur, die Langs Thema vom übermächtigen Schicksal grandios verdeutlicht, sowie seiner expressiven Lichtgebung.

Beeinflusst vom deutschen Expressionismus entwickelte Lang einen eigenen, mit malerischen Dekors operierenden und an filmtechnischen Erfindungen orientierten Stil, der die Geschichten auch für politisches und soziales Zeitempfinden öffnete. Metropolis ist als der gigantischste aller bis dahin entstandener Monumentalfilme in die Filmgeschichte eingegangen. Auf Vorlage des Buches von Thea von Harbou basierend, dauerten die Dreharbeiten an dem Film fast zwei Jahre. Für die UFA war Metropolis ein wirtschaftliches Desaster: Aufwand (geschätzt: sechs Millionen Mark) und Ertrag (Zuschauerzahl) waren disproportional, der Export schwach. Erst sehr viel später wurde die Bedeutung des Films erkannt. Die UFA geriet unterdes in Liquiditätsprobleme und musste sich finanziell mit Hollywood verbinden. Lang durfte noch zwei „kleinere“ Filme für das Studio realisieren: Spione und Frau im Mond.

Seinen ersten Tonfilm, M, drehte er nicht mehr für die UFA, und Das Testament des Dr. Mabuse kam gar nicht in die deutschen Kinos. Lang, jüdischer Herkunft, floh 1933 vor den Nazis. In Hollywood machte er Karriere mit Thrillern, sogar mit Western. In den Fünfzigerjahren kehrte er für kurze Zeit nach Deutschland zurück. Dann nahm er sich Zeit für seinen Nachruhm, der ihm vor allem in Frankreich zuteil wurde. Unter den UFA-Regisseuren gilt er bis heute als der größte Visionär.

 
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