Panel "Spotlight UFA: High-End Drama for the International Market"

15.02.2017

Am gestrigen Dienstag präsentierte sich die UFA im Rahmen eines hochkarätig besetzten Panels bei den „Drama Series Days“ des European Film Market. Zum Thema „Spotlight UFA: High-End Drama for the International Market“ sprachen Wolf Bauer und Nico Hofmann, Co-CEOs UFA, mit Moderator Scott Roxborough (The Hollywood Reporter) über Chancen deutscher High-End Drama-Produktionen auf dem Weltmarkt.

Nico Hofmann, Co-CEO UFA: „In den vergangenen Jahren ist die Qualität deutscher Produktionen enorm gestiegen, was auf dem Weltmarkt verstärkt wahrgenommen wird. Produktionen aus Deutschland sind attraktiv. Wir erleben gerade eine extrem spannende Zeit, in der sich durch neue Plattformen und Produktionsmodelle völlig neue Chancen eröffnen.“ Um dieses Potenzial ausschöpfen zu können, sei auch die Politik gefordert. Wolf Bauer, Co-CEO UFA: „Viele deutsche High-End Drama-Produktionen werden derzeit im Ausland gedreht, z.B. in Tschechien, Rumänien oder Ungarn. Wir brauchen dringend ein wettbewerbsfähiges Anreizmodell für das boomende High-End Drama-Genre – vergleichbar mit der automatischen Filmförderung DFFF. Das hilft uns, am globalen Wettbewerb der großen seriellen filmischen Erzählungen teilzunehmen.“

Zu den weiteren Panelteilnehmern zählten Benjamin Benedict (DER GLEICHE HIMMEL, CHARITÉ, UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER) und Jörg Winger (DEUTSCHLAND83/DEUTSCHLAND86), Geschäftsführer und Produzenten UFA FICTION, die über den weltweiten Serienboom, neue Wachstumsfelder durch VoD-Plattformen sowie Produzieren für den internationalen Markt sprachen. Entscheidender Faktor, um sich gegen die in- wie ausländische Konkurrenz durchzusetzen, sei die Qualität.

Jörg Winger: „Wir sind in Deutschland erst am Anfang eines goldenen Serien-Zeitalters. Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, mit neuen Partnern aus Deutschland heraus für die Welt zu produzieren und aus Berlin ein europäisches Hollywood zu machen. Bestes Beispiel dafür ist der Deal mit Amazon, RTL und FremantleMedia International bei ‚Deutschland86‘.“ Benjamin Benedict betonte die zunehmend länderübergreifende Zusammenarbeit. „Für ‚Der gleiche Himmel“ hat Paule Milne, in England eine der Top-Drehbuchschreiberinnen, eine Familiengeschichte aus dem geteilten Deutschland der 1970er Jahre entwickelt. Es ergeben sich hochspannende Konstellationen, die vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen wären.“

Ebenfalls auf dem Podium vertreten war Anna Winger, Creator und Headwriter DEUTSCHLAND83/DEUTSCHLAND86, die die Besonderheit des Prinzips des Writer’s Rooms erläuterte und Einblick gab, inwiefern Erfahrungen von DEUTSCHLAND83 in die aktuelle Drehbucharbeit für DEUTSCHLAND86 einfließen. „Der Schlüssel für qualitativ hochwertige TV-Serien ist ein unverwechselbarer Ton, eine eigene Handschrift. Ich meine damit nicht das Genre, den Ort der Handlung oder die Sprache, sondern die Perspektive und Erzählweise. Die DNA einer Serie liegt im Schreiben. Die Bedeutung des Drehbuchs wurde bei deutschen TV-Serien bislang unterschätzt.“

Ergänzt wurde die Diskussionsrunde durch Dror Moreh, Oscar-nominierter Regisseur und Drehbuchautor BREAKING NEWS, der analysierte, welche Voraussetzungen ein Stoff erfüllen muss, um Potenzial für den internationalen Markt zu haben, und über seine Arbeit an der Adaption von Frank Schätzings Bestseller BREAKING NEWS sprach.

Zu den aktuellen UFA FICTION-Produktionen im Bereich High-End Drama zählt u.a. DER GLEICHE HIMMEL (Regie: Oliver Hirschbiegel) mit Tom Schilling als Ost-Berliner Romeo Agent. Der Eventdreiteiler, der am 16. Februar 2016 in der Sektion „Berlinale Special Series“ präsentiert wird und am 27., 29. und 30. März im ZDF zu sehen ist, wurde bereits in mehr als 100 Länder und u.a. an Netflix verkauft. Eine weitere Produktion von UFA FICTION im High-End Drama-Segment ist die historische Serie CHARITÉ (Regie: Sönke Wortmann) über das berühmteste Krankenhaus der Welt, die ab 21. März im Ersten läuft.


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