Legende mit Zukunft

1990 – eine neue Ära auch für die UFA

Vor etwas über zwanzig Jahren geriet die Welt aus den Fugen. Alles änderte sich plötzlich mit dem Fall der Mauer und all das, was die Zuschauer in der DDR nur aus dem Westfernsehen kannten, wurde für sie zum Alltag. Die politische und gesellschaftliche Situation änderte sich elementar, und mit ihr auch die Medienlandschaft.

Das DDR-Fernsehen verschwand vom Bildschirmen, während sich das Privatfernsehen, Mitte der achtziger Jahre entstanden, auf der Überholspur befand. Im Vergleich zu den Tausenden von digitalen Kanälen, die die Zuschauer heute empfangen können, war damals – 1990 - das deutsche Fernsehen noch recht übersichtlich aufgestellt. Die Mehrheit der Sender war öffentlich-rechtlich: ARD, ZDF und die Dritten. Noch klein an der Zahl, aber groß im Kommen und heiß diskutiert waren die neuen Privatsender: RTL, Sat.1, Pro7 und MTV. Für sie gilt bis heute die Quote als entscheidende Währung. Die Privaten rückten damit den Zuschauer in den Mittelpunkt und machten zum Programmdirektor, der mit einem Klick der Fernbedienung über Wohl und Wehe der Programme entschied. Die Konkurrenz belebte das Geschäft, man traute sich an neue Formate und setzte neue Trends, die heute noch das Fernsehen prägen.

Im Herbst 1990 begann auch für die UFA eine neue Ära. Wolf Bauer, Axel Reick und später auch Norbert Sauer übernahmen die Geschäftsführung. Noch im selben Jahr initiierte Wolf Bauer eine Kooperation mit dem Australier Reg Grundy, dem Erfinder innovativer und international erfolgreicher Fernsehformate. Die daraus entstandene Firma Grundy UFA wagte sich an ein Format, mit dem die Deutschen bis dahin keine Erfahrung hatten: Nach dem Vorbild der australischen Daily Drama-Serie Restless Years wurde 1992 in Tempelhof mit der Produktion der Serie Gute Zeiten – schlechte Zeiten (GZSZ) für den Sender RTL begonnen. Damit versuchte sich die Grundy UFA an einer neuen, industriellen Form der Fernsehproduktion – mit durchschlagendem Erfolg. Gute Zeiten – schlechte Zeiten entwickelte sich zur erfolgreichsten Daily Drama-Serie in der deutschen Fernsehlandschaft und damit zur erfolgreichsten Serie in der Geschichte des deutschen Fernsehens überhaupt. Und das ist sie bis heute. Andere täglich ausgestrahlte Serien wie Unter uns für RTL und Verbotene Liebe für die ARD (beide starteten 1994) setzten die Erfolge in Serie fort, womit die Grundy UFA wesentlich zum Anstieg der Umsatzzahlen von 25,5 Millionen D-Mark im Geschäftsjahr 1990/91 auf über 300 Millionen Euro im Jahr 2007 beitrug.


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