Mit großem Eifer wollten die UFA–Verantwortlichen bereits 1933 die Forderung der neuen Regierung nach mehr nationalen Filmen umzusetzen. Das Kinopublikum aber verlangte nach wie vor in erster Linie Unterhaltung, wollte entführt werden in eine Welt der Träume. Die Hinwendung zum nationalsozialistischen Propagandafilm bedeutete ein finanzielles Risiko für das krisengeschüttelte Filmwesen, denn man befürchtete, dass ein Großteil des Publikums amerikanische Produktionen solchen Filmen vorziehen würde; Importe aus Hollywood liefen noch bis 1939 in deutschen Kinos. Von den 22 im Jahr 1933 produzierten Filmen waren Hans Steinhoffs Hitlerjunge Quex und Gustav Ucickys Flüchtlinge die einzigen, allerdings „wegweisenden Tributleistungen der UFA an die Propagandamaschinerie der neuen Machthaber.“

Die notwendige Sanierung des deutschen Films basierte auf dem schon vor 1933 ausgearbeiteten SPIO-Plan (Spitzenorganisation der Deutschen Filmindustrie e.V.), der eine zentrale Verteilung von Kreditmitteln für Filmproduktionen vorsah.

Im Februar 1934 trat ein verschärftes Reichslichtspielgesetz in Kraft. Es schrieb die Prüfung aller Drehbuchvorhaben durch den Reichsfilmdramaturgen vor und das Verbot von Stoffen, „die dem Geist der Zeit“ zuwiderliefen, sowie von Filmen, die das „nationalsozialistische oder künstlerische Empfinden verletzen“. Angeordnet wurde weiter der Ausbau der Prädikatisierung von Filmen, von „künstlerisch wertvoll“ bis „staatspolitisch wertvoll“. Die Entscheidung darüber traf ein Vertreter des Propagandaministeriums.

Den Zugriff auf die Filmproduktion verfolgte Joseph Goebbels auch in den folgenden Jahren mit Vehemenz. Im Zweiten Gesetz zur Änderung des Lichtspielgesetzes vom Juni1935 ließ er sich zum Oberzensor mit unbegrenzter Verbots- und Weisungsbefugnis ernennen.
Mit der Begründung, endlich die Missstände im Filmwesen abzustellen, erwarb Max Winklers Catio-Treuhand im Auftrag der Regierung 1937 die UFA-Aktien von Hugenberg und besaß fortan mit 72 Prozent die Mehrheit. 1942 war die Vereinnahmung der gesamten Filmindustrie durch die Nationalsozialisten abgeschlossen. Am 10. Januar kam es zur Gründung eines riesigen Konzerns unter dem Namen Ufa-Film-GmbH, der bald nur noch „Ufi“ hieß und das gesamte Produktionskapital deutscher Filmunternehmen sowie der Unternehmen im besetzten Ausland vereinte. Der Ufi unterstanden zum einen die Produktionsfirmen (Ufa Filmkunst GmbH Berlin, Tobis Filmkunst, Terra Filmkunst, Wien-Film GmbH, Bavaria Filmkunst, Berlin-Film GmbH) und die Universum Film AG für alle Bereiche außerhalb der Produktion (Kopierwerke, Filmtheater, Verleih etc.).

„Der Name ‚UFA’ war nun total und ein Synonym für den deutschen Film, und wie das Hakenkreuz als Signum für Hitler-Deutschland galt, so symbolisierte der UFA-Rhombus alles, was mit Film und Kino im Reich und in den eroberten europäischen Ländern zusammenhing.“ Goebbels installierte mit Fritz Hippler einen Reichsfilmintendanten, der verantwortlich zeichnete für die künstlerische und „geistige Gesamthaltung der Produktion“.


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