UFA-Symposium "Linientreu und populär"

13.04.2017

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten avancierte die UFA zu einem hegemonialen Medienkonzern. Der imperiale Anspruch und die nach der Vertreibung der jüdischen Mitarbeiter erfolgte Neuausrichtung der Filmproduktionen spiegeln sich in den zahlreichen Beiträgen des Symposiums wider. Das Tagungsprogramm gibt zudem einer neuen Generation von Wissenschaftlern die Gelegenheit, neue Forschungsperspektiven und -ergebnisse zu präsentieren.

"Die Tagung vereint neue Perspektiven und verspricht weitere Einblicke in die Geschichte des größten europäischen Filmkonzerns, der UFA", so Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek. "Das Agieren dieses Konzerns in der Zeit des Nationalsozialismus muss in seinen Widersprüchen wahrgenommen werden, der Zusammenhang von devoter Unterwerfung unter politische Vorgaben und populären Formen soll nicht verwischt werden."

Wolf Bauer und Nico Hofmann, die das Symposium bereits im Sofa-Interview zu 100 Jahre UFA ankündigten, verdeutlichen: "Das Symposium bedeutet für uns einen weiteren wichtigen Schritt in der Aufarbeitung der Historie. Die heutige UFA ist zwar eine Nachkriegsgründung und keine Rechtsnachfolgerin der historischen Ufa, sehen wir uns verpflichtet, uns intensiv mit der Geschichte zwischen 1933 und 1945 zu beschäftigen. Es ist uns ein großes Anliegen, im Austausch mit namhaften nationalen und internationalen Historikern sowie einer neuen Forschergeneration einen neuen Blick auf die Geschichte der UFA zu entwickeln und darüber einen offenen Diskurs zu führen."

Das Erbe der UFA pflegt heute die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Mit der Zugänglichmachung und Nutzung des historischen Filmbestands beschäftigt sich das Symposium ebenso wie es einen Blick auf die heutige UFA GmbH wirft, deren Serien und Filme oft vor dem historischen Hintergrund des 20. Jahrhunderts angesiedelt sind. Wie eignen sich heute Fernseh- und Kinozuschauer dieses "Jahrhundert der Extreme" an und wie kann es neuen Medien und Formaten gelingen, ein Verständnis von Geschichte zu vermitteln, das dem Stand wissenschaftlicher Debatten entspricht?

Das Symposium wird unter Federführung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen konzipiert und gemeinsam mit der UFA GmbH veranstaltet.

Die Teilnahme des Symposiums ist kostenfrei.

Anmelden können Sie sich bis zum 5. Mai unter ufa-symposium@deutsche-kinemathek.de .

Eine Filmreihe der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und mit freundlicher Unterstützung der Transit Film GmbH ergänzt das Symposium. Es wurden insgesamt sechs Spielfilme sowie vier Kulturfilme ausgewählt, die die UFA zur Zeit des Nationalsozialismus produzierte: Filme, die Themen des Symposiums wie Propaganda und Militarismus, UFA-Stars und Eskapismus, das Geschlechterverhältnis sowie die Bedeutung von Arbeit und Alltag in der nationalsozialistischen Gesellschaft exemplifizieren.

Der Besuch der Filmvorführungen für die Teilnehmer*innen des Symposiums ist zu 5,00 €, der Besuch ausschließlich der Filmvorführungen zum regulären Ticketpreis von 7,50 € möglich. Wir halten euch über evt. Mitarbeitertickets auf dem Laufenden.

Ort Symposium: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, im Filmhaus am Potsdamer Platz, Veranstaltungsraum, 4. OG, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Ort Filmreihe: Kino Arsenal, im Filmhaus am Potsdamer Platz, 2. UG, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin.


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