Stilles Tal

Deutschland, 12 Jahre nach der Wiedervereinigung: Noch immer verlangen Erben und Alteigentümer über gerichtliche Beschlüsse ihren Besitz zurück. Auch Thomas Stille (Wolfgang Stumph), Betreiber eines Ausflugslokals im malerischen Tal des sächsischen Flüsschens Müglitz, ist betroffen. 20 Jahre Arbeit stecken in seinem touristischen Juwel, das einmal die Ruine eines verlassenen Bauernhofs war. Indes erinnert sich der in Hessen lebende Konrad Huberty (Robert Atzorn) an sein altes Zuhause und will nun die Außenstände seines Lebens einfordern. Stilles Bauernhof im Müglitztal gehörte einst der Familie Huberty. Konrad Huberty strengte die Rückgabe des Besitzes an, der Prozess ging durch alle Instanzen. Die vorletzte gab Thomas Stille recht, die letzte Konrad Huberty. Und damit macht sich dieser auf den Weg nach Sachsen, um sein Eigentum zu übernehmen. Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Stille verbarrikadiert seinen Gasthof und erklärt ihn fortan zur Festung.

Die wahre Gefahr aber droht am Himmel. Dunkle Wolken ziehen auf. Sie sind die Vorboten eines Naturereignisses, das man später die Jahrhundertflut nennt. Während Stille und Huberty sich bekriegen, steigen die Flusspegel. Die Müglitz wird zum reißenden Strom, Dämme brechen, „Stilles Tal“ wird von Wassermassen eingeschlossen. Erst jetzt, zwischen Panik und Chaos, als nichts mehr übrig ist, um das sich zu streiten lohnt, sind sich Thomas Stille und Konrad Huberty einig: Es geht nur noch ums nackte Überleben.

Stilles Tal: Kinopremiere in Dresden
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Wolfgang Stumph ist Thomas Stille

Wolfgang Stumph: „Ich habe die Flut 2002 hautnah miterlebt und vor Ort den Schmerz betroffener Freunde gespürt. Und ich habe auch die Wirkung der persönlichen Hilfe und die Solidarität aus ganz Deutschland erfahren. Aufgabe für diesen Film war für mich, deutlich zu machen, dass wir uns gegenseitig die eigene Geschichte erzählen und die der anderen verstehen sollten. Nur so lernen wir, uns zu akzeptieren. Mich stört, dass Leute über uns Filme machen, die unser Leben in der „ehemaligen DDR“ nicht gelebt, erstritten, erlacht und erlitten haben.“

Robert Atzorn ist Konrad Huberty

Robert Atzorn: „In ,Stilles Tal` werden auf ganz wertfreie, amüsante Weise ohne Klischees Ost-West-Mentalitäten thematisiert. Ich kann die beiden Männer verstehen; beide fühlen sich völlig im Recht – und sie sind es ja auch irgendwie als Folge der Umstände. Beide kämpfen bis zur Erschöpfung, um ihre Ansprüche durchzufechten. Ein Geniestreich der Autoren Michael Illner und Alfred Roesler-Kleint ist es, dass beide „Ossis“ sind; auch Huberty ist im Osten geboren, das macht den Konflikt noch plausibler, denn beide sind gar nicht so weit voneinander entfernt, wie es zunächst scheint. Dieser Konflikt ist ein Ergebnis der politischen Situation.“

Ulrike Krumbiegel ist Barbara Stille

Ulrike Krumbiegel: „Bei diesem Dreh fand ich besonders interessant, dass wir uns die bedrohlichen Wassermengen mental richtig vorstellen mussten, denn ein großer Teil des Hochwassers wurde ja erst später digital eingefügt. Allerdings kann ich mich noch gut daran erinnern, dass das Spielen der Szenen im Wasser uns auf Dauer sehr auskühlte und wir froh waren, uns im Gasthof aufwärmen zu können, obwohl es während der Dreharbeiten extrem heiß war.“

Victoria Trauttmansdorff ist Anna Huberty


Victoria Trauttmansdorff: „Die Arbeit an diesem Film war ein riesiges, unterhaltsames Abenteuer. Tolle Kollegen, tolles Team und die unglaublichsten Drehorte. Meine bleibende Erinnerung ist der Nachtdreh in dem stillgelegten Freibad von Quellental. Mitten in dem Schwimmbad war die Ruine des Gasthofes aufgebaut. Zahlreiche Feuerwehrleute standen mit Schläuchen ausgestattet im Wasser des Schwimmbades und versuchten nun eine für den Film nötige Sturmflut zu simulieren. Das Licht der eingeschalteten Scheinwerfer lockte Tausende von maikäfergroße Insekten aus den Büschen, die uns mit lautem Getöse umschwirrten.“

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  • Produktion: Stilles Tal
  • Stilles Tal - Interview mit Cornelia Wecker


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