Special: 10 Jahre SOKO Leipzig


Es begann mit einer ungewöhnlichen Idee: Eine gekidnappte Straßenbahn, die eine ganze Folge lang quer durch Leipzig fuhr. Darin saß Kriminalhauptkommissar Hajo Trautzschke auf dem Weg zu seiner Tochter Leni und war mitten in eine Geiselnahme geraten, aus der ihn seine Kollegen mit einer cleveren, mutigen Aktion befreiten. So startete "SOKO Leipzig" im Januar 2001 auf Anhieb sehr erfolgreich als zweites SOKO-Format nach dem Klassiker "SOKO 5113" aus München im Vorabendprogramm.

Zehn Jahre später, nach 200 gelösten Krimifällen und einer inzwischen auf sieben Formate angewachsenen SOKO-Dachmarke gehört "SOKO Leipzig" zu den verlässlichen, dauerhaft erfolgreichen Programm-Marken des ZDF. Im Jahre 2003 schaffte die Serie mühelos den Sprung in die Primetime und trägt seitdem wesentlich zum Erfolg des damals neu konzipierten Doppelkrimis freitags abends im ZDF bei. "SOKO Leipzig" erreichte in der letzten Staffel von Januar bis März 2010 im Schnitt 5 Millionen Zuschauer bei 16 % Marktanteil. Auch bei jüngeren Zuschauern findet die Serie erfreulichen Zuspruch. Hinzu kommen erfolgreiche Auslandsverkäufe, insbesondere nach Frankreich und Italien.
Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und die kein Zufall ist, denn ein paar Erfolgsgeheimnisse der "SOKO Leipzig" seien hier verraten: Da sind zunächst die Hauptdarsteller Andreas Schmidt-Schaller, Marco Girnth und Melanie Marschke, die vom ersten Drehtag an dabei sind und bei den Zuschauern hohes Vertrauen und Beliebtheit genießen.


Soko Leipzig


Nur auf der vierten Position gab es zwei Wechsel, die vielleicht auch mit den ungestümen Charakteren zu tun haben, die dafür entwickelt wurden. Auf Gabriel Merz folgten Tyron Ricketts und Pablo Sprungala. Mit der Weiterentwicklung der Figurenbiografien sind die Protagonisten den Zuschauern über die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Ganz bewusst haben wir dabei von Beginn an auf die Entwicklung familiärer Strukturen im SOKO-Team gesetzt als positive Gegenwelt zur Welt des Verbrechens. So gehört beispielsweise Hajos Tochter Leni (Caroline Scholze), die später Jans Freundin wurde, zum festen Ensemble der Nebenfiguren ebenso wie Jans Sohn Benni, der über die Jahre vom kleinen Kind zum volljährigen jungen Mann aufwuchs. Es ist übrigens immer noch derselbe Darsteller, Maximilian Klas, der nun sogar ein Schauspielstudium an der HFF Potsdam-Babelsberg begonnen hat.

Ein weiterer Glücksfall war die Entscheidung für den Schauplatz Leipzig. Die alte Handelsstadt, Heldenstadt aus dem Wendeherbst 1989 und heute boomende sächsische Metropole mit all ihren Kontrasten ist der 5. Hauptdarsteller der Serie und Quelle vieler Geschichten, die hier recherchiert wurden. Gerade im populären Krimigenre wollen wir auch immer wieder besondere Geschichten aus der DDR, bewegende Schicksale aus der Umbruchszeit, aber auch aus dem heutigen Leben in unserem Land erzählen. Folgen wie "Unerwarteter Nachschuss" über die heimlich vollstreckten Todesstrafen der DDR-Justiz bis in die 80er Jahre mitten in Leipzig oder "Terminal A" über die heutige Nutzung des Flughafens Leipzig-Halle als interkontinentales Drehkreuz für amerikanische Truppentransporte nach Irak und Afghanistan stehen dafür. Die Einschaltquoten geben uns recht, dass die Zuschauer solche interessanten Einblicke und emotionalen, realistischen Geschichten verbunden mit Krimispannung zu schätzen wissen.

Es ist ein weiterer Erfolgsgarant, dass die Entscheider und Entwickler dieser Serie gemeinsam an einem Strang ziehen, um immer wieder neue Ideen in die Tat umzusetzen. Auf der Basis der großen Serienerfahrung der UFA-Fernsehproduktion unter Leitung von Norbert Sauer bringen sich Produzent Jörg Winger und Producerin Henriette Lippold mit hohem Engagement, viel Kreativität und immer wieder ungewöhnlichen Einfällen ganz persönlich in das Projekt ein. Ohne diese "verrückten" Einfälle wären unsere 90-Minuten-Specials in Moskau, Santo Domingo, Istanbul, Namibia, das Serien-Crossover mit der britischen Krimiweekly "The Bill" in London oder die Mordermittlungen während eines Konzerts der Rockband "Silly" undenkbar gewesen. Das waren spannende Abenteuer, auch für die Macher der Serie.


SOKO Leipzig Gefangen


Natürlich gibt es auch zum zehnjährigen Jubiläum wieder eine besondere Idee. Zum Jahresauftakt 2011 können sich die "SOKO Leipzig"-Fans auf einen packenden Zweiteiler freuen.

Über 180 Minuten wird in "Gefangen" erstmals in der Serie ein folgenübergreifender Krimiplot mit Cliffhanger erzählt, der das SOKO-Team vor eine erneute, besonders harte Bewährungsprobe stellt. Durch einen Alleingang bringt sich Oberkommissar Jan Maybach in große Schwierigkeiten und wird Opfer einer raffiniert eingefädelten Intrige. Das Unfassbare geschieht: Jan steht unter Mordverdacht, ihm wird der Prozess gemacht und er muss ins Gefängnis. Dort wird es für ihn als Polizisten lebensgefährlich. Und das alles passiert ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Leni nach vielen vergeblichen Versuchen endlich schwanger ist.

Aber zum Glück kann sich Jan Maybach auf seine Kollegen der SOKO verlassen – wie schon Hajo vor 10 Jahren in der Straßenbahn. Fieberhaft versuchen Hajo, Ina und Vince seine Unschuld doch noch zu beweisen. Damit am Ende dieses beliebte Team hoffentlich noch lange erfolgreich im ZDF ermitteln kann!

Weitere Artikel zum Thema:

  • Lesen Sie hier das Interview mit Andreas Schmidt-Schaller, Marco Girnth, Melanie Marschke und Pablo Sprungala
  • Interview mit Produzent Jörg Winger



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